Oma Inge ist die “Podcast-Oma” | Landesschau Baden-Württemberg


ist schon wieder unterwegs
zum nächsten Patienten. Meine heutigen Gäste sind,
ganz schlicht gesagt, eine junge Frau und ihre Oma. Sie lieben sich, verbringen Zeit
miteinander, sie reden viel, sind ein tolles Team. Und die zwei sind deshalb
auch gerade auf dem Weg, kleine Stars zu werden: im Internet. Oma Inge ist 92. Kim 31. Wenn die beiden sich treffen,
gehts zur Sache. Erst kommt ein
Mikrofon auf den Tisch, dann stellt Kim der Oma Fragen:
über die Liebe, über das Leben, über Dauerwelle oder Verhütung. Kein Thema ist tabu. Wie Oma Inge lebt auch Kim Hoss
in Stuttgart. Die kreative Enkelin stellt
die Plaudereien ins Internet und hat mit ihrer “Podcast-Omi”einen
richtigen Publikums-Hit gelandet. Schön, dass Sie da sind! Vielen Dank. Danke. Wie wird man mit zwei 90 Jahren
Podcast-Oma? Sie kam einfach und fragte mich,
wollen wir mal einen Stammbaum machen? Das war der Anfang. Ja, genau. Haben Sie vorher schon mal was von
Podcast gehört? Nein, niemals. Ich habe aber ein Handy. Aber ein altes. Kim, wie war das bei Ihnen mit der
Oma? Genau, wir haben einen Stammbaum
angefangen, zu erstellen. Und bei den Hintergrund Fakten hat
sie irgendwann mal begonnen, zu erzählen, dass in der Familie ein
uneheliches Kind da ist und viele andere Dinge. Ich war fasziniert, dass alles zu
hören. Ich hatte ganz viele Fragen. Und ich habe ihr vorgeschlagen,
zusammen ein Podcast zu machen. Und es ist kein Problem für Sie, dass quasi weltweit all das zu hören
ist? Naja… Wie hat Kim es geschafft, Sie zu
überzeugen? Sie hat einfach mir gezeigt, wie es
funktioniert und ich war dann überzeugt. Das letzte Mal haben Sie sich über
Frisuren unterhalten. Was war der Punkt? Wie es zur Zeit war, als ich so alt
war wie Kim, zum Beispiel. Damals ging man auch nicht jeden
Monat zum Friseur. Vielleicht nur einmal oder zweimal
im Jahr. Und ich fand es super interessant,
von ihr zu erfahren, wie das früher war. Das ist also das Prinzip: Dass Sie mit den modernen Sachen
ankommen und Ihre Oma erzählt, wie es für sie damals war. Keiner kann besser erzählen, als die
eigene Oma, wie es damals war. Was sagen Sie zu Ihrer Enkelin? Sie hat eine Leopardenbluse an. Sie ist überall tituliert. Tätowiert. Das ist heutzutage ebenso. Ich habe schon viele junge Leute
gesehen, die Tattoos tragen. Ich möchte keine haben. Es ist nun mal so heutzutage. Das ist eben Ihre Enkelin. Aber sie hat auch schon gesagt,
jetzt reicht’s. Ja, als ich erfahren habe, wie teuer
die sind. Sie haben auch so einen regen
Austausch miteinander? Oder hat sich das erst durch den
Podcast intensiviert? Wir haben uns vorher öfter gesehen. Aber ich habe sie nicht so oft
besucht wie heutzutage. Seit Juni bin ich jede Woche bei
ihr. Immer mittwochs, und dann quatschen
wir. Sie reden auch über Sexualität. Kriegt die Kim das hin, dass Sie
frei von der Leber weg erzählen? Ja, das ist doch was Natürliches. Warum denn nicht. Reden Sie auch über Männer? Selbsverständlich. Was war die faszinierendste
Geschichte für Sie, Kim? Dass sie in jungen Jahren schon so
viel durchmachen musste. Dass sie mehrmals flüchten musste
mit ihrem kleinen Koffer. Beide sind in ein neues Leben
gestartet. Das kann ich mir gar nicht
vorstellen, dass jemand anderes von zwei Mal in seinem Leben flüchten musste. Und ich liebe diese alten
Geschichten. Sie haben jetzt ganz lange dahin
geschaut. Das war am Durchgangslager in
Weinsberg. Diese beiden Strickjacken habe ich
in der Eisenbahn gestrickt, als ich täglich von Weinsberg nach
Stuttgart fuhr, zur Arbeit. Aber irgendwann wurde mir das
Stricken in der Eisenbahn verboten, wegen der langen Nadeln. Das sind so die Geschichten. Gibt es auch mal so Punkte, wo ihr
nicht so übereinstimmt miteinander? Ja. Tatsächlich, das gibt es. Was zum Beispiel die Rolle der Frau
im Haushalt angeht. Sie ist immer sehr bedacht darauf,
dass das Auto gereinigt ist. Von außen wie von innen. Darauf lege ich nicht so viel Wert. Aber wir versuchen immer, einen
gemeinsamen Weg zu finden. Ich fand es großartig mit Ihnen
beiden.

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