Kalter Kaffee im Projektmanagement – ein Startup packt aus – Podcast Episode 006

Kalter Kaffee im Projektmanagement – ein Startup packt aus – Podcast Episode 006


Herzlich willkommen in dieser Episode. Heute geht es um kalten Kaffee und Projektmanagement. Mein Gast ist Benjamin Thies und wir werden gleich in eine sehr spannende Idee reinhören. Benjamin Thies:
Guten Morgen, grüß dich. Benjamin Michels:
Hallo und guten Morgen. Ja, erst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.
Vielleicht magst du den Zuhörern einmal erklären, was genau ihr anbietet und wie ihr eigentlich heißt? Benjamin Thies:
Genau, gerne. Also wir sind Philosoffee. Das ist ein Schachtelwort aus der Philosophie und Coffee – aus Liebe zum Kaffee. Wir haben Kaffee zur unserer Lebensphilosophie gemacht und widmen uns mit unserem Startup allen Themen um guten Kaffee, Kaffeequalität
und Kaffeegetränke in neuen innovativen Formen. Ganz konkret bedeutet das Cold Brew Coffee. Ich weiß nicht – vielleicht haben deine Hörer oder Zuschauer das noch nicht kennengelernt. Das ist ein Kaffeetrend, der sich in den USA vor circa zehn Jahren gebildet hat und sich jetzt mittlerweile auch global ausbreitet, bei dem der Kaffee nicht mehr heiß gebrüht
wird, sondern mit kaltem Wasser aufgesetzt wird. Und dadurch kriegst du einen ganz tollen aromatischen Kaffee mit wenig Säure und wenig Bitterstoffen und einer ordentlichen Portion Koffein. Und das bringen wir jetzt auf den deutschen Markt. Benjamin Michels:
Okay, spannend. Und wie muss ich mir das vorstellen? Komme ich zu euch mit einem Kaffeebecher To Go? Gibt es eine feste Packung? Wie sieht das aus? Benjamin Thies:
Den kannst du mittlerweile ganz klassisch, wie du auch deine Limo oder dein Bier kaufen würdest, im Handel kaufen. Das ist eine ¼-Liter-Flasche, Mehrweg – eine klassische Bierflasche eigentlich. Und das auch, weil wir so ein bisschen mit Konventionen brechen wollen. Wir wollen nicht mehr der nächste Kaffee sein im Plastikbecher oder im To-Go-Becher, sondern wir wollen Kaffee wirklich zu einem anderem Getränk machen, was du auch mal mit an den See nehmen kannst, was du mitnimmst zum Campen, was du vielleicht auch abends im Club oder an der Bar servieren kannst. Benjamin Michels:
Okay, sehr spannend. Seit wann gibt es euch? Also wie lange macht ihr das schon? Benjamin Thies:
Wir haben die Idee gehabt Mitte 2015. Dann haben wir circa anderthalb Jahre gebraucht
und Ende 2016 haben wir geöffnet, also die GmbH Ende 2016, aber wirklich auf den Markt gegangen sind wir erst im zweiten Quartal 2017. Benjamin Michels:
Okay, ahh spannend. Da siehst du mal, Firmenform ist immer eine Frage, wo ich auch ganz gerne reingucke. Ihr habt euch direkt für eine GmbH entschieden. Benjamin Thies:
Richtig, genau. Das haben wir gemacht, weil das eine etwas kompliziertere Gesellschafterstruktur war als sie wir uns gewünscht hatten. Das mag daran liegen, dass eine gute Freundin von mir Juristin und auch einen Gesellschaftervertrag geschrieben hat, bei dem es dann einfach irgendwo Sinn gemacht hat, uns auch für die längerfristige Entwicklung aufzustellen. Benjamin Michels:
Okay. Und habt ihr da auch so Ausstiegsszenarien entwickelt? Also was ist, wenn einer der Partner aussteigen will? Ist das auch mit drin? Benjamin Thies:
Das ist auch mit drin – sogar ziemlich ausführlich. Weil wir gesagt haben, wir haben alle Interesse an Getränken, aus unseren unterschiedlichen Richtungen gesehen aber. Und da wollten wir uns dagegen absichern, dass zum Beispiel jemand Wissen aus der Firma mitnimmt. Wir wollten aber auch Exit-Szenarien haben für den Fall, dass wir – klassisch Startup – das Ding
irgendwann verkaufen würden. Und dementsprechend ist das Ganze recht ausführlich, was so Rangfolgen angeht, was das Thema angeht, welche Schritte muss ich gehen, wenn es denn einmal zu dem Punkt käme, dass ich ich sage: „Ich habe keine Lust mehr oder ich möchte verkaufen.“ Benjamin Michels:
Okay, das ist ziemlich viel. Also jetzt so von außern kann ich sagen, schon konkrete Ausstiegsszenarien im Vorfeld zu designen ist eher etwas, was bei Startups selten passiert. Also wünschenswert, weil es ist ja im Endeffekt ein gutes Risikomanagement. „Einer will aussteigen. Was tun wir jetzt? Oh Gott.“ Super. Total gut. Und ihr verkauft den Kaffee jetzt schon. Also ich kann auf eure Webseite gehen und kann den kaufen? Benjamin Thies:
Genau, richtig. Benjamin Michels:
Wie ist die Webadresse? Benjamin Thies:
Philosoffee.de – und Philosoffee mit s o f f Doppel-e am Ende. Benjamin Michels:
Okay, ich verlinke das auch nochmal – genau, ich verlinke das nochmal unter den Shownotes
und gleichzeitig unter dem Video. Weil das heute ist nicht nur eine reine Podcast-Folge, sondern wir nehmen das Ganze auch noch als Video auf. Das heißt, du kannst auf meinen YouTube-Kanal gehen und kannst dir da parallel nochmal angucken. Okay, also ihr macht kalt gebrühten Kaffee. Jetzt interessiert mich natürlich so ein bisschen euer Background. Vielleicht zuerst deiner. Wer bist du und was hast du vorher gemacht? Benjamin Thies:
Genau. Benjamin Thies. Ich bin 29 Jahre alt und ich habe früher – eigentlich komme ich aus dem öffentlichen Sektor also habe öffentliches Management studiert. Ich habe Politikwissenschaft, VWL studiert und war dann für dreieinhalb Jahre bei einer Beratung,
Lebensberatung in der mittelständischen, für den öffentlichen Sektor, und habe mich
da vorrangig im Gesundheitswesen bewegt. Das heißt, so Fragen wie: „Wie kann ich die
Prozesse in meiner Notaufnahme verbessern? Was mache ich, damit auch immer genug Personal
auf der Station ist?“ Solche Fragen habe ich früher versucht zu beantworten, war aber schon immer ein großer Kaffee-Fan. Benjamin Michels:
Okay, das heißt, du bringst im Endeffekt schon diese Management-Erfahrung, die ja für ein Startup nicht ganz unwesentlich ist, bringst du im Endeffekt schon mit. Benjamin Thies:
Ich habe zumindest einmal erfahrenen Managern zusehen dürfen. Benjamin Michels:
Sehr schön. Und deine Partner? Was haben die so für Hintergründe? Benjamin Thies:
Lukas, der als Zweiter mit ins Boot gestiegen ist, der hat mit mir gemeinsam studiert in Bremen und ist danach aber in die USA und hat dort auf Silicon Valley studiert. Dementsprechend ist er auch relativ schnell in diese Startup-Welt abgerutscht und war dann für vier Jahre in Kolumbien in Startups beteiligt. Und der Dritte im Bunde – Chris – das ist eigentlich so unser Herzstück. Der ist nämlich Winzer und Getränketechnologe-Studierter. Also er
weiß, wie du es machst, dass etwas, was in die Flasche gefüllt wird, auch wirklich funktioniert, wie es hält, wie du es auf den Markt bringst. Der bringt so das technische Know-how mit. Benjamin Michels:
Okay, dann seid ihr ja schon ein krasses Powerteam. Also es ist selten, dass in einem Startup
so viel Kompetenz aufeinanderkommt. Benjamin Thies:
Wir könnten uns mit Sicherheit noch mehr verstärken, sagen wir es mal so. Wir decken vielleicht einige Bereiche ab, aber da gibt es schon noch Lücken, die wir tagtäglich versuchen zu schließen. Benjamin Michels:
Gut, die gibt es logischerweise immer, aber ich finde, da seid ihr schon richtig gut aufgestellt.
Also wenn ich überlege – ich habe ja mein erstes Unternehmen mit 15 gegründet. Und wir haben so ein bisschen Ware eingekauft und verkauft und hatten von nichts einen Plan.
Und das sieht schon ganz anders aus. Cool. Was war denn so bisher eure größte Herausforderung? Benjamin Thies:
Da hat es natürlich schon viele gegeben. Ich glaube, eine Story, die wir ganz gerne
immer wieder erzählen, weil es uns in dem Anfang unserer Firma auch ganz gut darstellt und wiedergibt: Wir haben uns erst für den Produktionsablauf entschieden, haben den Prozessentwurf vom Partner gefunden – alles Ende 2016, Anfang 2017. Wir haben dann eine erste Testfüllung gemacht und nach einem Monat war die komplett im Arsch. Das hat uns ein wenig auf den Boden
der Tatsachen geholt und hieß für uns, dass wir alles komplett neu designen mussten. Neue Partner, auch größere Partner in dem Fall, und dass wir einfach noch ein paar Sicherheitsmaßnahmen vielleicht treffen mussten, die wir anfangs nicht vorhersehen konnten. Und das hat sicherlich nochmal so acht Wochen gebraucht, bis wir da wirklich da waren, wo wir hinwollten. Auf der anderen Seite war es eine gute Erfahrung, weil wir lieber früher als später so eine
Erfahrung machen wollen. Benjamin Michels:
Ja, verständlich. Jetzt – der Podcast dreht sich ja um Projektmanagement. Das heißt, ich beleuchte das ganz gerne auch aus der Richtung. Wenn wir jetzt einmal draufgucken, würden wir sagen, dieses Entwickeln der ersten Abfüllungsserie ist auf jeden Fall ein Projekt.
Also das würde ich schon als Projekt identifizieren. Und da ist im Endeffekt ja eines der Hauptrisiken eingetreten. Habt ihr euch vorher mit den Risiken auseinandergesetzt? Gab es da irgendwie Pläne, Absicherungen? Benjamin Thies:
Nein. Da haben wir ein ganz schlechtes Projektmanagement betrieben. Wir haben uns im Vorhinein nicht wirklich mit dem Szenario, dass das irgendwie schiefgehen könnte, beschäftigt. Und wir mussten dann sehr spontan Maßnahmen ergreifen, um Erstlösungen zu finden und dann das Ganze abzuschließen auf der einen Seite und es dann auf der anderen Seite als neues Projekt
aufzuziehen. Wie können wir es besser machen? Benjamin Michels:
Und wie lange habt ihr dann gebraucht, bis die erste Abfüllung wieder stand? Benjamin Thies:
Lass es vielleicht drei Monate gewesen sein. Wir haben vieles verändert und – denke
ich – auch vieles zum Guten, weil es uns flexibler gemacht hat, weil wir besser skalieren können. Das hat ein bisschen mehr Zeit in Anspruch genommen. Benjamin Michels:
Ja, ich finde, man kann das immer aus zwei Richtungen sehen. Also aus der reinen Projektrichtung
ist es natürlich Kacke – ohne Frage, wenn so etwas passiert. Aber aus der Firmenrichtung lieber so einen Crash am Anfang, wo man noch ganz viel neu ausrichten kann, als dann irgendwo mittendrin, wo schon alles dann auf den Partnern und auf den Strukturen basiert. Also ich glaube,
so ein System gewinnt da durchaus an Stärke. Nochmal die Frage – das interessiert mich,
das war für mich jetzt noch nicht ganz klar geworden. Wo ganz konkret kann ich euch kaufen? Benjamin Thies:
Uns kriegst du zum einen online, bei den üblichen Verdächtigen: Amazon, Foodist, oder auch bei uns auf der Website und auch vor allem im Bio-Fachhandel. Also wenn du eine Denns Filiale oder Basic oder was auch immer bei dir um die Ecke hast, dann kannst du uns da auch im Kühlregal finden. Benjamin Michels:
Okay, also ihr seid ein echtes Bio-Produkt. Benjamin Thies:
Hundert Prozent. Benjamin Michels:
Okay, cool. Benjamin Thies:
Das ist auch so Teil der Firmenphilosophie – so Bio wie möglich, so nachhaltig wie
möglich. Wir versuchen, Müll zu vermeiden. Wir versuchen, die Flaschen, die wir benutzen,
auch möglichst oft wiederzuverwenden. Da steckt schon immer der Gedanke Rohstoffe wiederverwerten und Umwelt schonen dahinter. Benjamin Michels:
Okay, total super. Wir werden den Amazon-Link auf jeden Fall auch noch in die Shownotes nehmen. Da ist ja die Kaufschwelle in der Regel relativ gering. Also wenn du zuhörst, unterstütze Benjamin, unterstütze auf jeden Fall Philosoffee und klicke einfach auf den
Amazon-Link und kaufe dir eine erste Probepackung und gucke dir das Ganze an. Wir haben ja jetzt in das geguckt, was schiefgelaufen ist. Wo ist es denn so richtig gut gelaufen? Also wo hast du etwas gesehen oder wo ist etwas passiert, wo du gesagt hast: „Da hätte ich nicht damit gerechnet, dass das so gut und so reibungslos funktioniert.“? Benjamin Thies:
Ich glaube, was sehr, sehr gut funktioniert – wenn auch nicht reibungslos – ist die
Zusammenarbeit zwischen uns drei Gründern. Da kommen einfach sehr verschiedene Perspektiven, sehr verschiedene Kompetenzen zusammen und das funktioniert eigentlich – es ist erstaunlich, aber das funktioniert einfach sehr gut. Nicht immer reibungslos, sicherlich. Wir streiten uns auch gerne mal ausführlich. Ob es jetzt Design-Fragen sind oder: „Wann ist die nächste Abfüllung? Ich brauche noch neue Ware.“ „Ja, das können wir noch nicht.“ Also
wir diskutieren oft und gerne, aber eigentlich kommt dabei immer ein super konstruktives Ergebnis heraus. Und das ist auch für uns so der Schlüssel zum Erfolg bisher gewesen, um wirklich lange Stunden im Büro zu bleiben, um irgendwelche Probleme zu beheben. Das klappt sehr, sehr gut. Und wenn man jetzt noch so auf die Produktseite schaut, dann – denke ich – ist unser zweites Produkt, der KoldbrewTonic, den wir letztes Jahr im Herbst herausgebracht haben, das ist eine wirkliche Erfolgsstory. Der hat den Kunden einfach super abgeholt und holt ihn weiterhin super ab. Er wird super angenommen und ist echt auch wirklich ein Zugpferd für die Firma. Benjamin Michels:
Okay. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es akustisch richtig verstanden habe. Weil es klang nicht nach Kaffee. Hast du Tonic gesagt? Benjamin Thies:
Richtig. Es gibt in den USA einem Cocktail, der heißt Espresso Tonic, wo du wirklich einen doppelten Schuss Espresso nimmst, Tonic-Wasser drauf und das Ganze dann als erfrischenden
antialkoholischen Drink zusammenmachen. Das fanden wir sehr lecker, fanden wir sehr geil und haben dann gesagt: „Das muss in die Flasche.“ Und deswegen haben wir hier unseren Koldbrew Coffee – also unser Erstprodukt – genommen, haben dazu ein Tonic Water entwickelt und das füllen wir gemeinsam in eine Flasche. Benjamin Michels:
Okay, spannend. Das heißt, ihr seid im Grunde da in so einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess,
wenn ich das richtig herauslese. Benjamin Thies:
Absolut. Definitiv. Also kontinuierlicher Verbesserungs- und Innovationsprozess, würde ich sagen. Wir schauen eigentlich immer, dass wir die neuesten Trends irgendwo in den USA, in Asien uns abschauen, probieren das selber auch hier bei uns im Büro im kleinen Maßstab und schauen dann, was für uns so die nächsten Schritte wären. Benjamin Michels:
Okay, finde ich total spannend. Weil im Projektmanagement haben wir im Endeffekt zwei Varianten. Die eine Variante ist wirklich statisches Projektmanagement. Wir haben einen Projektplan und wie so einen Wasserfall arbeiten wir das alles ab. Und die andere Variante ist ja agil. Die läuft zwar auch normalerweise nach einem bestimmten Muster, aber eine wichtige Komponente davon
ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess, dass es halt kleine Inkremente gibt – also
kleine Ergebnisse zwischendurch. Und das ist jedenfalls meiner Erfahrung nach das, wonach Startups ganz oft arbeiten, weil der Weg ja nicht erkennbar ist. Also wenn wir jetzt einmal die Zeit zurückspulen. Wir haben jetzt April 2018. Springen wir mal in den April 2017.
Hättest du da schon gedacht, dass du da bist, wo du jetzt bist? Oder wie hast du es dir
damals vorgestellt? Benjamin Thies:
Das war gerade zu den Hochzeiten unserer kleinen Problemchen. Von daher hätte ich das nie gedacht. Tatsächlich auch vielleicht typisch Startup: Wir haben am Anfang extrem positive Forecasts gehabt und mussten dann auch lernen, dass das nicht immer so ist. Nichtsdestotrotz,
wenn ich jetzt zurückblicke auf ein Jahr vorher, ist es ein Wahnsinn, was wir erreicht haben. Und es ist echt erstaunlich, was da alles gerockt wurde. Also definitiv ein Weg, den wir so nicht nach Wasserfall-Diagramm hätten planen können oder hätten so steuern können. Benjamin Michels:
Ja, also im Endeffekt eine große Unsicherheit, wie es einem ergeht. Ich fand es spannend,
was du gerade gesagt hast, dass der Forecast nicht ganz korrekt war – zu positiv. Weil wir gehen halt davon aus, wenn man das jetzt im Businessplan zum Beispiel sieht: 70 Prozent aller Annahmen in einem Businessplan sind falsch. Ich gebe an den Unis noch so ein paar
Businessplan-Kurse und da habe ich auch immer die – da kommen die Studentenpläne und dann gibt der Plan aus, dass sie nach einem Jahr anderthalb Millionen Umsatz machen und eine Million Gewinn. Klingt immer gut, ist aber leider total unrealistisch. Benjamin Thies:
Absolut. Benjamin Michels:
Also da kommt die Realität. Da habe ich die gleiche Erfahrung gemacht. Was mich natürlich noch interessiert: Wir haben ja immer so ein Projektmanagement, Task-Management. Es gibt ja in einem Startup extrem viele Aufgaben, oft mit ganz unterschiedlichen Prioritäten. Dann kommt plötzlich etwas hoch, was in dem Moment mega akut ist, aber noch vorher gar nicht abzusehen war. Wie behältst du über deine Aufgaben den Überblick? Benjamin Thies:
Wir haben da eigentlich zwei Systeme, die wir benutzen. Das eine ist OKR – eine Managementmethode,
die schon vor längerem entwickelt wurde, bei Intel, glaube ich, anfangs mittlerweile
auch in vielen anderen Unternehmen eingesetzt wird, bei der wir uns einmal im Quartal Ziele setzen, diese Ziele mit messbaren Kennzahlen oder messbaren Unterzielen wirklich unterlegen.
Und das dröseln wir dann auf vom Unternehmen auf die einzelnen Bereiche, sodass ich eigentlich immer einen genauen Überblick habe: Was muss ich in den nächsten zwölf Wochen alles tun, um die Firma dahin zu bringen, wo wir gerne in drei Monaten stehen wollen? Das ist so die – ich sage mal – Makro-Projektebene für uns oder Managementebene für uns. Darunter tatsächlich so Projektmanaging-Tools wie Asana. Also alles sehr IT-getrieben. Und dann gibt es auch verschiedene Boards, wo wir uns in kleineren Teams auch gerne mal treffen und sagen: „Wie ist denn jetzt der Stand im Sales Board? Wie läuft dein Unterprojekt?
Gastro, Akquise oder so. Benjamin Michels:
Okay, also ihr arbeitet im Endeffekt mit so einer – ich sage mal – Kanban-artigen
Grundlage, wenn ihr diese Boards habt. Benjamin Thies:
Genau. Benjamin Michels:
Okay, das ist ja auch spannend. Also jetzt so von außen kann ich nur sagen, ihr macht da ganz vieles total richtig. Also da bin ich echt … Benjamin Thies:
Schauen wir mal, wie die Ausführung ist. Benjamin Michels:
Da bin ich echt beeindruckt. Benjamin Thies:
Aber die Methoden versuchen wir anzuwenden. Benjamin Michels:
Also ich nehme ja eine ganze Interview-Reihe jetzt mit Startups auf. Und ich vermute – also vielleicht irre ich mich auch und die Welt sieht ganz anders aus als ich gedacht habe – aber ich vermute ehrlich gesagt, dass ich nicht bei so vielen auf so systematische Vorgehensweisen mit OKR-Modell, Asana, Kanban-basierten Boards, Zieldefinitionen, kontinuierliche
Verbesserungsprozesse stoße. Also ich weiß nicht, ob ich das übersehe. Vielleicht hat sich ja auch einfach viel geändert, seit wir so diese ganz krasse Startup-Phase verlassen haben. Also die Planung nächster Schritte ist noch eins, was ich hier draufstehen habe. Ich sage mal, vom Ziel zum Weg sind ja noch so zwei unterschiedliche Dinge. Ziel ist ja immer das, wo ich hin will. Weg ist der, den ich dann gehe. Wie macht ihr diesen Schritt?
Also wie wird aus dem Ziel dann am Ende ein Weg? Benjamin Thies:
Das ist eine gute Frage. Ich glaube, im Endeffekt machen wir daraus dann – wir definieren Projekte, auch wenn wir es vielleicht gar nicht aktiv so formulieren würden. Aber im Endeffekt, wenn man es jetzt vom Projektmanagement-Methoden-Buch sehen würde, dann machen wir kleine Projektgruppen,
die sich das Ziel nehmen und dazu wirklich auch einen Projektplan entwickeln, der schon auch eine gewisse Agilität hat. Also einen Wasserfall siehst du vielleicht bei uns im allerhöchsten Fall mal in der Produktion und bei der Produktentwicklung. Aber selbst da arbeiten wir eigentlich – oder versuchen wir, so agil wie möglich zu arbeiten. Das heißt, für die neue Entwicklung eines neuen Produkts ist die erste Aufgabe: Wir holen uns 300 Kundenmeinungen zu zehn verschiedenen potentiellen Rezepturen ein und entwickeln dann wirklich jeweils drei Rezepturen, gehen damit an 30 Leute, holen deren Feedback ein, optimieren diese Rezepturen anhand der ersten 30 Leute. Und so wird es dann immer spitzer in der Definition – mit jeder Gruppe, mit jeder Fokus-Gruppe. Benjamin Michels:
Das ist ja eine sehr systematische, fast schon wissenschaftliche Vorgehensweise. Benjamin Thies:
Naja, wir haben, also – ja, vielleicht kann man es wirklich so sagen. Das mag auch an der Industrie liegen, in der wir uns bewegen. Wenn du ein IT- oder Softwareprodukt hast,
eine Dienstleistung, dann bist du ja sehr agil auch in der Veränderung deines Produktes. Dem Kunden hat der Button nicht gefallen, also schiebe ich ihn an eine andere Stelle.
Das kannst du bei Getränken oder physischen Produkten und Lebensmitteln nicht so gut machen. Da hast du immer gewisse Mindestabnahmen, bei uns vielleicht auch mal irgendwo um die 40.000 bis 50.000 Einheiten. Und da steckt dann schon ziemlich viel Kapital mit drin.
Da steckt viel Arbeit dahinter. Deswegen müssen wir eigentlich so viel Vorarbeit leisten, bevor wir dann wirklich den Schritt wagen zu sagen: „Jetzt probieren wir das mal.“ Benjamin Michels:
Und – ich sage mal – ihr steht ja jetzt noch relativ am Anfang. Wie viele unterschiedliche Produkte habt ihr aktuell? Benjamin Thies:
Das sind aktuell drei. Also einmal der pure kalte Kaffee, der Koldbrew Pure, und dann der Koldbrew Tonic. Das sind beides Produkte für den Handel. Die gibt es im Kasten in der Flasche. Und für die Gastronomie beziehungsweise für Caterer haben wir so eine Zapfer-Variante.
Und mit der kannst du dann den Kaffee zapfen. Das sieht aus wie Guinness-Bier, ist aber
unser kalter Kaffee. Benjamin Michels:
Okay, das ist sehr spannend. Benjamin Thies:
Das ist ein Eyecatcher, also auch so ein bisschen inspiriert von dieser Geschichte vom Jägermeister. Die haben ja auch mal diese Zapfanlagen entwickelt, wo man die Flasche draufsteckt. Und die hatten danach schlagartig 30 Prozent mehr Umsatz. Benjamin Michels:
Das glaube ich. Das ist ja eine ganz krasse Sache für eine Gastronomie-Lobby. Also total spannend. Macht ihr – kann man das auch für eine Party buchen, so eine Zapfanlage? Benjamin Thies:
Das kann man durchaus. Das kann man wochenweise, monatsweise mieten. Da sind wir sehr flexibel.
In Berlin kommen wir auch gerne zur Party mit dazu. Benjamin Michels:
Haha, okay. Also an meine Berliner Zuhörer und Zuschauer: Ihr wisst Bescheid. Einfach eine E-Mail schreiben und dann gibt es Party-Unterstützung. Jetzt ist es ja so – ihr habt jetzt drei Produkte entwickelt. Das heißt, das war wahrscheinlich alles einfach noch relativ neu für euch, relativ unbekannt. Jetzt gilt aber, mit jeder weiteren Produktentwicklung habt ihr immer mehr Erfahrung und damit nimmt ja wahrscheinlich auch die Kommplexität so ein bisschen ab – einfach weil ihr es überschauen könnt. Meinst du, es könnte Sinn machen, zum Beispiel das Ganze jetzt in einen Standardprozess zu überführen oder in einen Projektmanagement-Standardprozess?
Also das ist zwar noch ein Projekt, aber es durchläuft trotzdem einheitliche Phasen.
Also der Weg wird immer klarer. Benjamin Thies:
Wird er absolut. Bestimmt. Also das merken wir jetzt auch bei dem Produkt, an dem wir gerade dran sind. Da gibt es schon nochmal – ich darf nicht zu viel dazu erzählen – aber wir verändern das Gewinde, die Flaschenform, in der das Produkt sein wird. Da stehen wir
schon noch vor einer Herausforderung. Aber grundsätzlich ist es absolut so, wie du es beschrieben hast. Die Schritte sind definitiv klarer. Teilweise haben wir auch schon die Partner, mit denen wir eh zusammenarbeiten. Und das erleichtert uns die Arbeit und macht es auch wirklich zu einem standardisierbaren Prozess. Also – denke ich – es ist definitiv so, wie du es beschrieben hast. Benjamin Michels:
Okay, das finde ich total spannend. Weil es zeigt im Endeffekt – gerade am Anfang, wo dieser große Nebel noch da ist und man ganz wenig nur sieht, da braucht man einfach diese Agilität, um sagen zu können: Wir gehen einen Schritt, dann gucken wir, Neuausrichtung, einen Schritt, Neuausrichtung. Und je mehr Erfahrung kommt und je klarer die Sicht auch wird, desto leichter lässt sich das dann doch wieder wasserfallmäßig vorausplanen. Und ja – das finde ich total spannend. Was steht jetzt ganz konkret bei euch als nächstes Projekt an? Benjamin Thies:
Das ist auf der einen Seite ein neues Produkt. Das ist so –ich sage mal – das Thema von Chris und von unserem Kollegen, der sich um den Kaffee kümmert. Und für Anna, die mit mir gemeinsam den Vertrieb macht, heißt es tatsächlich, die Gastronomie zu erschließen. Das heißt, wir wollen raus. Wir wollen gerne im Bio-Markt bleiben, aber wir merken: Der Kunde muss das Produkt kennen. Der muss es schon einmal woanders probiert haben. Der muss wissen, wie es schmeckt. Und da sehen wir wirklich die Chance eher im Café, in der Bar, im Restaurant. Das ist jetzt so die Aufgabe, wo wir sehr nah an der Straße viel Klinkenputzen machen und möglichst vielen Gastronomen einfach versuchen, unser Produkt zu zeigen, sie davon zu begeistern und dann zu Kunden zu machen. Benjamin Michels:
Ja. Sucht ihr dafür noch Vertriebler oder …? Benjamin Thies:
Suchen tue ich sie auf jeden Fall. Nein, leider nicht. Das ist immer so das Schwierige als Startup. Also klar, unser Team könnte gerne auch wie bei fritz-kola oder bei anderen großen – ich würde mir ein Vertriebsteam von 40, 50 Mann wünschen. Das wäre toll. Aber die musst du ja auch bezahlen können. Und das ist der Punkt, an dem es als Startup halt immer wieder hapert. Das ist bei uns tatsächlich so, dass wir das zu zweit stemmen müssen. Und natürlich versuchen wir dann, Familie, Freunde, Kunden auch mit einzubinden und zu sagen: „Hey, wenn du mal wieder in dein Lieblingscafé gehst, nimm doch mal eine Flasche mit.“ Das machen wir schon gern. Benjamin Michels:
Ja, das ist ein ganz spannender Punkt. Also es ist meiner Erfahrung nach so und jetzt auch die Unternehmen, die ich begleite, da sehe ich das auch, dass es im Endeffekt genau die gleichen Entscheidungen sind. Es ist eine bestimmte Menge Kapital vorhanden und es kommt ein bestimmter Cash auch durch die Verkäufe zurück, aber wo investiere ich den denn jetzt rein? Und meistens geht es gerade in so einem produktionsgetriebenen Unternehmen da einfach in das Produkt, um mehr Produkte herstellen zu können und auch die Nachfrage bedienen zu können, weil es ja im Endeffekt eine Vorfinanzierung ist. Also ihr müsst ja die Ware vorfinanzieren, bevor ihr überhaupt irgendwas an Geld zurückkriegen könnt. Also das ist durchaus verständlich.
Wenn du dir jetzt eure internen Strukturen anguckst, wie ihr arbeitet, auch von den Systematiken her: Was würdest du da als nächstes anfassen und verbessern? Benjamin Thies:
Ich glaube, wir würden uns alle gerne häufiger Zeit nehmen, um uns Feedback zu geben und um auch einfach einmal nicht über den akuten Arbeitsprojektdruck zu sprechen. Also wir merken schon häufig, dass wir einfach vielleicht auch zu viel anfassen auf einmal. Ist auch ein klassischer Startup-Fehler – glaube ich – dass zu viele Projekte parallel laufen und dass dann die Kommunikation zwischendrin auf der Strecke bleibt. Also was in großen Konzernen vielleicht die Kaffeepause ist, die irgendwie versucht wird abzuschaffen,
davon könnten wir noch mehr gebrauchen. Und da sind wir dran. Wir versuchen es auch jedes Mal, wenn wir miteinander sprechen, irgendwie zu einem „erst einmal weniger machen, erst einmal auf eins, zwei Kernprojekte fokussieren“. Aber dann hast du als Startup irgendwie doch immer das Bedürfnis, noch den nächsten Schritt zu gehen und das nächste Projekt anzufangen.
Und das ist ein kontinuierliches Lernen, dass man da dann doch nicht noch das nächste Thema anfängt. Benjamin Michels:
Das ist auch nicht nur im Startup-Problem, muss man sagen. Also ganz viele Unternehmen, wo ich reingehe und berate, da ist es im Endeffekt genau das. Da sind Unmengen Projekte und eigentlich hat am Ende auch keiner mehr so richtig einen Überblick: Was ist jetzt alles wie angefangen, auf welchem Status? Ich kann dafür nur immer eine Projektportfolio-Analyse empfehlen. Die ist relativ einfach gemacht und dadurch lassen sich Prioritäten zwischen den Projekten leichter klarmachen. Also wenn du willst, schicke ich es dir mal zu, wie man eine Portfolio-Analyse macht. Das ist relativ einfach. Und der Vorteil ist halt, wir können es halt auf unterschiedliche
Art und Weise machen. Eine Variante, wie ich das mache ist, dass ich eben immer frage: Ist da eine strategische Relevanz? Also wie sehr treibt uns das voran? Bringt das einen Gewinn? Wie hoch ist das Risiko? Wie viel Zeit und wie viel Geld investieren wir? Und daraus kann man dann super sagen: Welches Projekt steht ganz oben und welches Projekt steht ganz unten? Dann kann man immer noch emotional entscheiden und sagen: „Aber ich liebe dieses Projekt hier unten. Deswegen ziehe ich das hoch.“ Aber es hilft einem so ein bisschen, diese Strategieübersicht zu haben. Ich muss mal gucken. Ich weiß nicht, ob ich im Blog schon einen Beitrag zur Projektportfolio-Analyse geschrieben habe. Wenn nicht, werde ich das demnächst machen. Also an alle Zuhörer: Ich mache einen Link unter die Shownotes auf jeden Fall schon auf einen Beitrag. Es kann nur sein, dass der – wenn diese Episode erscheint – noch leer ist. Der wird dann aber ganz schnell gefüllt. So, jetzt habe ich noch eine Frage, die mich natürlich umtreibt. Für die, die zuhören, die sehen das natürlich nicht. Aber im Hintergrund, hinter Benjamin, ist ein – ich würde so mal sagen – Gebilde.
Du hast es mir eben schon gesagt. Vielleicht teilst du es einmal den Videozuschauern. Was
ist das, was wir da sehen? Benjamin Thies:
Ja, ich kann ja mal versuchen, ob wir ein bisschen weiter weggehen. Hier seht ihr die beiden Köpfe von unserem Arbeitssessel. Wir sitzen in Berlin in der „Alten Münze“.
Das ist ein sehr kreativer Spot. Hier sind Festival-Organisatoren im gleichen Gelände,
da sind andere Startups, hier sind Künstler, hier sind Ausstellungen. Und dementsprechend
sieht es hier auch aus. Das ist sehr kreativ. Viel Bunt. Man lebt sich auch mal einfach so in der Küche aus und malt da irgendwas an die Wand. Und dementsprechend sieht es hier auch anders aus als man es sich vielleicht in einem großen Büro dann gewiss auch vorstellen würde. Benjamin Michels:
Total cool. Es verrät ja im Endeffekt auch ganz viel über eure Unternehmenskultur und wie ihr rangeht, und dass es wahrscheinlich – auch wenn es anstrengend ist – ziemlich
viel Spaß macht, bei euch zu arbeiten. Benjamin Thies:
Das hoffe ich doch. Also ich glaube, wir haben doch alle schon noch viel Spaß dabei. Das vergessen wir vielleicht manchmal, aber wenn wir die Zeit haben, dann erinnern wir uns auch wieder dran. Benjamin Michels:
Das ist total gut. Also ich kann von meiner Seite zusammenfassend nur sagen: Ich bin tief beeindruckt. Arbeiten mit Zielen und wirklich mit Projektteams, die kontinuierliche Verbesserung, Projektpläne, OKR-Modell, Asana als Tool – also ich bin total beeindruckt, wie ihr das macht und ich glaube, dass das ziemlich gut und steil weitergehen wird. Wo siehst du euch denn in einem Jahr? Benjamin Thies:
Hoffentlich auf ganz vielen Events und in vielen Gastronomien deutschlandweit. Das ist so wirklich das große Ziel, dass wir uns aus Berlin hinaus auch nach Hamburg, nach Frankfurt, nach München und die anderen großen Städte bewegen und so ein bisschen auch den Weg gehen, den vielleicht eine fritz-cola oder ein Red Bull gegangen ist – dass man wirklich eine große Sichtbarkeit schafft und das über den Handel hinaus in die Gastro, über die Events. Benjamin Michels:
Okay, total spannend. Ich glaube, da lohnt sich auf jeden Fall ein langfristig angelegter Projektplan. Benjamin Thies:
Das glaube ich auch. Benjamin Michels:
Ja, ich danke dir für deine Zeit. Und für meine Zuhörer kann ich nur nochmal sagen:
Wenn ihr mehr über Projektmanagement wissen wollt und wenn ihr den einen oder anderen Tipp wollt und vor allem, was die drei häufigsten Fehler im Projektmanagement sind und wie du sie vermeiden kannst, dann gehe auf die Shownotes und gucke rein. Da findest du den kostenlosen Guide. Den kannst du runterladen. Und wie immer findest du die Shownotes unter benjamin-michels.de/“die Folgenummer“. Ich habe leider keine Ahnung, welche Folge das hier ist. Wahrscheinlich
irgendwas zwischen 006 und 009. Ich weiß es nicht. Aber die Folgenummer steht ja auf dem Titel mit drin. Und dann gibst du sie einfach ein und dann kommst du direkt zu den Shownotes. Benjamin, ich danke dir für deine Zeit und ich wünsche euch ganz, ganz viel Erfolg bei allem, was da kommt. Und vielleicht hören wir uns ja in einem Jahr wieder und machen dann mal einen Strich drunter, wie sich alles entwickelt hat? Benjamin Thies:
Ich würde mich freuen. Das können wir gerne machen. Benjamin Michels:
Cool. Super. Dann mach es gut. Benjamin Thies:
Ciao ciao.

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