22: Betriebsratswahl – Die 6 fatalsten Fehler bei der Erstellung der Wählerliste | Podcast

22: Betriebsratswahl – Die 6 fatalsten Fehler bei der Erstellung der Wählerliste | Podcast


In der heutigen Folge geht es um: Betriebsratswahl – die 6 fatalsten Fehler bei der Erstellung der Wählerliste. Meine Damen und Herren, dass Sie bei der Betriebsratswahl bei der Erstellung der Wählerliste nicht die sechs fatalsten Fehler machen, will dieses
Podcast Sie da ein bisschen an die Hand nehmen und möglichst Ihnen Hilfestellung geben, wie Sie diese sechs fatalsten Fehler vermeiden können. Um welche Punkte geht es denn? Punkt 1: Wann ist ein Arbeitnehmer wahlberechtigt? Das haben sie auch in der Betriebsverfassung beschrieben und zwar in § 7 des Betriebsverfassungsgesetzes, da steht drin: Wahlberechtigt sind alle Arbeitnehmer des Betriebes, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Also wahlberechtigter Arbeitnehmer ist ein
Mitarbeiter, der selbstverständlich nichtleitender Angestellter ist, dazu kommen wir später
noch, und der volljährig ist. Wenn nun im Gesetz steht, das 18. Lebensjahr vollendet, heißt das nicht, er
steht kurz vor seinem 19. Lebensjahr, also er muss das vollgemacht haben,
als er schon 18 wurde. Nein, vollendet heißt, wenn dieser Arbeitnehmer
Geburtstag hat und die 18 Kerzen auf der Torte ausbläst, dann hat er das 18. Lebensjahr vollendet. Denn da machen einige immer Fehler, wenn Sie
auf die Welt kommen, sind Sie ja null und dann sind Sie ein Jahr auf der Welt und dann
pusten Sie Ihre erste Kerze aus und haben sie auch Ihr erstes Lebensjahr vollendet und
so zieht sich das natürlich dann immer weiter. Also wahlberechtigt sind alle volljährigen
Arbeitnehmer, die nichtleitend sind. Zweiter fataler Fehler, Punkt zweitens Wer
ist denn jetzt leitender Angestellter? Weil das haben wir gerade gesagt, man muss
volljährig sein, um wählen zu können, aber man darf nicht echter leitender Angestellter sein. Das ist die Frage: Wer ist denn das jetzt genau? Das ist etwas komplexer. Da haben Sie auch in der Betriebsverfassung eine Regelung, nämlich § 5 des Betriebsverfassungsgesetzes, da ist der kollektiv rechtliche Arbeitnehmer
umschrieben und wenn Sie im Nachgang hier von dem Podcast da vielleicht auch mal vertieft
reinschauen, werden Sie sehen, die Norm ist auch relativ lang. Wenn der Gesetzgeber sich so viel Mühe macht,
einen einzigen Begriff, wie diesen Arbeitnehmer, über man muss schon fast sagen, über eine
Seite hinaus zu beschreiben, dann hat das wohl auch große Relevanz und dem ist auch so. Jetzt ist die Frage: Wer ist leitend? Ein Beispiel möchte ich Ihnen geben, § 5
Abs. 2 der Betriebsverfassung sagt zum Beispiel, als Arbeitnehmer im Sinne der Betriebsverfassung
gelten nicht zum Beispiel in Betrieben einer juristischen Person, die Mitglieder des Organs,
das zur gesetzlichen Vertretung berufen ist. Boah! Da denkt man jetzt zuerst “Mein Gott, was
ist denn das für ein schwülstiger Satz? Damit kann ich nichts anfangen”. Ich breche es ganz einfach runter. Angenommen Ihr Arbeitnehmer hat die Gesellschaftsform einer GmbH, Sie arbeiten bei der F GmbH, die F GmbH ist eine juristische Person, denn Sie,
die mir zuhören und ich, der hier vor dem Mikrofon steht, wir sind natürliche Personen,
eine Firma in Anführungsstrichen ist eine juristische Person und die kann natürlich
nicht selber reden. Sprechen Sie mal die Wand des Gebäudes an,
die antwortet eben nicht. Also braucht die GmbH einen gesetzlichen Vertreter
und das sind eben der oder die Geschäftsführer. Und der oder die Geschäftsführer haben im
Regelfall mit dem Betrieb einen Arbeitsvertrag und die wenigsten sind da freiberuflich tätig
und auch nicht vielen Geschäftsführern gehört der Laden gänzlich, die haben auch ein Angestelltenverhältnis, nur höher dotiert. Gut, die haben auch mehr Verantwortung und
Befugnisse, aber sie sind natürlich genau der Gegenpart mit dem Sie als Betriebsrat
kommunizieren und verhandeln sollen und deswegen können die nicht Arbeitnehmer in einer Betriebsverfassung sein und diese können natürlich dann auch nicht wählen. Sie sind zwar volljährig, aber eben nicht
wahlberechtigt, weil nicht kollektiv Arbeitnehmer, weil eben leitender Angestellter. Wenn jetzt Ihre Gesellschaftsform nicht eine
GmbH sein sollte, sondern zum Beispiel eine AG, eine Aktiengesellschaft, dann werden die
Mitglieder des Organs, das zur gesetzlichen Vertretung berufen wäre, eben die Mitglieder
des Vorstands, Vorstandsmitglieder. Bei einer GmbH & Co. KG als letztes Beispiel, das ist eigentlich
eine KG, eine Kommanditgesellschaft, da gibt es Komplementäre und Kommanditisten, die
Kommanditisten zahlen eine Einlage und sind dann aber mit der Haftung raus, aber der Komplementär,
der hat es schwer sozusagen, denn der haftet auch persönlich, wenn es bei dem Laden mal schiefläuft. Jetzt macht man einen Trick, man setzt an
die Stelle des persönlich haftenden Komplementär eine “Firma”, nämlich eine GmbH und Sie wissen,
Gesellschaft mit beschränkter Haftung, und da gibt’s natürlich wieder einen Geschäftsführer,
also auch bei der GmbH & Co. KG wäre das Mitglied zur Vertretung der Geschäftsführer
oder eben mehrere also die. Zu den weiteren leitenden Angestellten nach
der Betriebsverfassung und immer mit der Konsequenz, dass die natürlich nicht auf der Wählerliste
erscheinen dürfen oder wenn sie drauf wären, müssten sie herausgenommen werden, müsste
man also einen Einspruch einlegen oder Sie als Wahlvorstand müssen das eben korrigieren. § 5 Abs. 3 der Betriebsverfassung sagt: Dieses
Gesetz, also diese Betriebsverfassung und damit auch noch die ganzen Wahlsachen finden
keine Anwendung auf leitende Angestellte und leitender Angestellter soll sein, wer nach
Arbeitsvertrag und Stellung im Unternehmen was Gewichtiges macht. Also ganz wichtig an der Stelle, es kommt
nicht darauf an, wie der Arbeitnehmer sich in dem Arbeitsvertrag nennt, wichtig ist,
was macht der denn dort? Weil sonst könnte der Arbeitgeber im Vertrag
reinschreiben “Der Herr Müller und so weiter ist unser Super Duper Vice President World
Wide Gedöns Manager”. Das hört sich doll an, aber in Wahrheit gießt
er vielleicht nur die Blumen. Und schon müsste man ihn aus der Wahlberechtigung,
aus der Wählerliste nennen und herausnehmen, weil er irgendwie scheinbar sich Manager und
Vice President World Wide nennt. Also das ist jetzt kein Argument, wichtig
ist, was macht der Mensch? Das ist die Stellung. Da versucht jetzt die Betriebsverfassung ein
bisschen zu beschreiben, ich möchte nur ein paar Punkte nennen, nicht alle, weil das den
Rahmen hier sprengen würde, aber wer macht denn was Gewichtiges in der Firma und die
Nummer 1 von Abs. 3 dieser Vorschrift sagt: Man wäre leitender Angestellter, wenn man
zur selbstständigen Einstellung und Entlassung von Arbeitnehmern berechtigt wäre. Das trifft gerade zum Beispiel jetzt Abteilungsleiter,
nicht jeder Abteilungsleiter ist leitender, wie Sie sehen, sondern wenn man schon sagt,
der ist Abteilungsleiter mit Personalverantwortung, oft haben Abteilungsleiter nur ein Direktionsrecht,
vielleicht dürfen Sie ihn auch abmahnen, dürfen ihm Aufgaben zuweisen. Aber selbstständig einstellen und entlassen,
das dürfen die wenigsten Abteilungsleiter, auch wenn Sie Ihre Unterschrift vielleicht
unter den Arbeitsvertrag geben oder die Unterschrift unter das Kündigungsschreiben, wichtig ist
immer, wer hat denn die Entscheidung getroffen, dass der Mensch jetzt eingestellt oder entlassen wird? Und das ist das A und O und das haben Abteilungsleiter
selbstständig im Regelfall eben nicht. Also, wenn man Personalverantwortung hat, wichtig für Sie, muss man beides hier machen dürfen. Oder die Nummer 2, wenn ich Generalvollmacht
habe oder Prokura. Aber bitte, jetzt hören einige auch Wahlvorstände
wie Betriebsräte oder Arbeitgeber auf zu lesen, Sie bitte, nachdem Sie das Podcast
hier angehört haben, nicht, denn da steht im Gesetz noch drin: Und die Prokura im Verhältnis
zum Arbeitgeber aber auch nicht unbedeutend ist. Das heißt also nicht jeder Prokurist ist
per se leitender Angestellter, also können sehr wohl Prokuristen auf der Wählerliste
stehen, weil sie wahlberechtigt sind. Jetzt ist die Frage: Wo ist der Unterschied
zwischen Generalvollmacht und Prokura? Der Generalbevollmächtigte, der darf alles
machen, was zum Beispiel auch der Geschäftsführer dürfte, also auch den Laden veräußern,
einstellen, verkaufen, das könnte er alles machen, hat er Generalvollmacht. Das dürfte zum Beispiel ein Prokurist, selbst
der mit der höchsten Prokura niemals. Der darf also Geschäfte, die das Handelsgewerbe
vom ihren Grundfesten, was das betrifft, wie zum Beispiel die Veräußerung des Handelsgewerbes,
dürfte er nie machen. Die Verträge wären alle unwirksam. Das ist schon mal der Unterschied zwischen
Generalvollmacht und Prokura. Jetzt ist so, die Prokura ist im Handelsregister
eingetragen. Sie könnten sich also aus dem Handelsregister
einen Auszug zukommen lassen und wenn das was kostet, hat das dann der Arbeitgeber dann
natürlich zu bezahlen. Da wird auch drinstehen, dass Herr XY am soundso
vielten Prokura erteilt bekommen hat. Aber es steht eben in dem Handelsregister
nicht drin, wie umfangreich die Prokura ist, also ob die im Innenverhältnis vielleicht
schon wieder ein bisschen beschnitten wurde. Es gibt einige Unternehmen, die erteilen Arbeitnehmern
die Prokura, gerade gerne auch die im Außendienst, weil das dann auf der Visitenkarte steht,
weil das auch einen guten Eindruck macht, aber im Innenverhältnis heißt es, aber nicht
als, dass Sie die Firma pro Monat belasten mit 500 Euro. Alles, was drüber ist, müssen Sie den Geschäftsführer
fragen. Das ist jetzt im Regelfall keine erhebliche
Prokura und von daher heißt es nicht, dass jeder Prokurist leitend wäre. Also da müssen Sie ein bisschen aufpassen
und sich dann noch die Informationen einholen. Dann haben wir noch eine andere letzte Vorschrift,
nämlich § 5 Abs. 4 Nr. Da heißt es, wenn immer noch Zweifel bleiben,
ob einer leitend ist oder nicht und nur die echten Leitenden haben auf der Wählerliste
und mit BR-Wahl nichts zu tun. Wenn immer noch Zweifel bleiben, dann geht
man an das Jahresarbeitsentgelt und die Norma sagt: Wenn man dann das Dreifache der Sozialversicherungsgröße
nach § 18 SGB4, also Sozialgesetzbuch Nummer 4 überschreitet, dann soll man im Zweifel
leitender sein. Jetzt ist die Frage, da steht keine Höhe drin. Das macht der Gesetzgeber auch nicht, weil
sich dieser Sozialversicherungswert auch jedes Jahr ändert. Deswegen möchte ich Ihnen an dieser Stelle
auch jetzt erstmal gar nicht ganz konkret die Summe sagen, weil es kommt jetzt darauf
an, wann Sie dieses Podcast hören. Hören Sie es noch in diesem Jahr 2017, wäre
die Höhe die, wenn Sie es in 2018 oder 2019 anhören, dann sind die Summen schon anders. Ich möchte Ihnen nur so viel verraten: Jetzt
schreiben wir das Jahr 2017, wo die Aufnahme hier stattfindet und da ist die Sozialversicherungsgröße,
die einfache, brutto bei knapp 3.000 Euro, knapp noch drunter. Und da erhöht sich jedes Jahr um, man kann
es nicht immer ganz genau sagen, aber um die 50 bist 100 Euro rum. Und wenn wir jetzt von diesem Jahr ausgehen,
2017, und der Wert ist einfach gesehen bei knapp 3.000, müssen Sie den Wert mal 3 nehmen,
also knapp 9.000 Euro und mehr. Wer also ein Jahresarbeitsentgelt brutto bei
Ihnen als Mitarbeiter bezieht, wenn Sie jetzt diesen Wert von 9.000 € eben mal 12 nehmen,
da kommen Sie auf 108.000 Euro. Ich sage mal, alle die 110.000 und mehr verdienen
zum heutigen Stand, die sollen im Zweifel leitende Angestellte sein. Aber das ist eine Zweifelsregelung, man muss
immer noch auch schauen, wenn einer schon doch hier erheblich gut Geld verdient, aber
wie ist seine Stellung im Unternehmen? Weil es gibt Mitarbeiter, die fangen halt
in einer Branche an, wo einfach die Demografie schon sehr zugeschlagen hat, das heißt der
Fachkräftemangel ist schon immens und die verdienen ein sehr, sehr, sehr gutes Geld,
obwohl sie überhaupt nichts echt Leitendes von der Position her machen. Es ist einfach nur nicht anders möglich die
Leute an das Unternehmen zu binden, als dass man ein sehr hohes Gehalt bezahlt. Ein Beispiel sind zum Beispiel ITler. Gucken Sie mal nach Software-Entwicklern,
die sind auf dem Markt praktisch wie leergefegt, wenn die irgendwo noch anfangen sollen, dann
müsste das Unternehmen im Regelfall recht viel Geld bezahlen, weil sonst gehen die woanders hin. Aber die haben noch lange nicht immer eine
leitende Position inne. Das also zum Hinweis, wer ist eigentlich leitender
Angestellter. Das ist also nicht so ganz einfach, aber der
§ 5 und meine Ausführung sollten zumindest ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht haben. Dritter fataler Fehler bei der Erstellung
einer Wählerliste wäre natürlich auch die Frage, wenn man sie falsch beantworten würde:
Was ist eigentlich mit Leiharbeit dann, dürfen die auch auf die Wählerliste? Wir haben eigentlich auch eine recht eindeutige
Antwort in der Betriebsverfassung im § 7 Satz 2, da heißt es nämlich: Werden Arbeitnehmer
einem anderen Arbeitgeber zur Arbeitsleistung überlassen, das wären dann die Leiharbeitnehmer,
so sind diese wahlberechtigt, also im Entleiherbetrieb, da, wo sie dann tatsächlich arbeiten, wenn sie länger als drei Monate im Betrieb eingesetzt werden. Wenn Sie jetzt Wahlvorstand sind oder sich
für ein Mandat im Wahlvorstand vielleicht bewerben möchten und so weiter und Sie Leiharbeiter
im Betrieb haben, dann heißt es jetzt nicht, dass der Leiharbeitnehmer zum Zeitpunkt der
Wahl schon dreo Monate im Betrieb sein musste, damit er mitwählen darf. Er ist vielleicht erst seit fünf Tagen im
Betrieb, er dürfte aber nach fünf Tage schon im Entleiherbetrieb den Betriebsrat mitwählen,
wenn er zumindest für mehr als drei Monate geplant im Betrieb arbeiten soll. Das heißt also ganz wichtig, man guckt nicht
eine Rückschau, war jetzt zum Wahltag der Leiharbeiter schon drei Monate da, sondern
soll er insgesamt drei Monate oder länger bei uns bleiben und wann dann der Wahltag
ist, ist dann ziemlich egal. Nur, das ist noch ein Zusatz, wählbar wären
die Leiharbeiter bei Ihnen im Betrieb nicht, das sind nur die Arbeitnehmer des Betriebes,
die also auch einen Arbeitsvertrag dann mit dem Betrieb und mit dem Unternehmen dann haben. Der Leiharbeitnehmer hat das gerade mit ihrem
Arbeitgeber nicht, da hat ja bloß der Arbeitgeber, Ihr Arbeitgeber als Entleiher das Direktionsrecht,
also wählbar sind Sie dort nicht, aber wahlberechtigt im Einzelfall dann eben schon. Vierter fataler Fehler wäre, wenn man hier
was falschmacht bei der Frage: Wählen denn auch Arbeitnehmer in der Elternzeit? Es nehmen immer mehr Arbeitnehmer, Arbeitnehmerinnen wie Arbeitnehmer, auch mal eine Auszeit, um sich um den Nachwuchs ein bisschen zu kümmern,
also gehen Sie in Elternzeit, manche kürzer, manche länger? Die Frage, wenn jetzt in dieser Zeit, wo sich
ein Arbeitnehmer in Elternzeit befindet, eine Betriebsratswahl stattfindet, darf der jetzt
auch mitwählen, mit der Konsequenz, ja dann muss der aber auch auf die Wählerliste, ja
oder nein? Und die ganz klare Antwort: Ja. Ja, denn dieses kurzfristige, ich nenne es
mal Nichtvorhandensein am Arbeitsplatz und der Arbeitspflicht nachgehen, wie jetzt eben
gerade bei Elternzeit, auch wenn das mal zwei Jahre dauern soll, das ist ja egal, denn man
weiß, in der Elternzeit kommt der immer wieder zurück, das ist nur ein kurzfristiges, was
jetzt auch mal über ein, zwei oder wie auch immer Jahre gehen kann, aber trotzdem ist
es nur vorübergehender Natur und deswegen sind die sehr wohl wahlberechtigt und müssen
noch auf die Wählerliste. Das Gleiche ist natürlich bei beurlaubten
und kranken Arbeitnehmern. Natürlich ist das jetzt ein anderer Sachverhalt,
aber die wären dann auch in dem Moment nicht im Betrieb, aber wenn da eine Wahl stattfindet,
sind sie immer noch der Betriebsorganisation eingegliedert und deswegen sind die auch wahlberechtigt. Der Fünfter fatale Fehler ist mit der Frage
dann eben: Wie geht man denn mit Einsprüchen um, Einsprüchen gegen die Wählerliste? Sie müssen, wenn Sie Wahlvorstand sind und
sich da vielleicht auch schon haben schulen lassen, ansonsten ist es jetzt eben ein Input,
was alles auf Sie da als Wahlvorstand dann im positiven Sinne natürlich dann zukommt,
wenn Sie das Wahlausschreiben erlassen haben, also im Wahlausschreiben steht eben drin,
wann gewählt wird, Wahlzeitpunkt, Wahlort, Datum, wie groß ist das Betriebsratsgremium,
wie ist das Geschlecht in der Minderheit und so weiter, wo ist das Wahlvorstandsbüro,
wo kann man sich beschweren, wo kann man Infos holen? Das steht alles im Wahlausschreiben und noch
vieles mehr. Dann haben die Arbeitnehmer nach Erlass des
Wahlausschreibens zwei Wochen Zeit, um gegen die Wählerliste Einspruch einzulegen. Das Wahlausschreiben hängt öffentlich irgendwo
aus und dann kann jeder Arbeitnehmer des Betriebes da hingehen und sagen, hey, da steht ja jemand
drauf, der Herr Müller, aber der ist meiner Meinung nach echter leitender Angestellter,
weil Prokurist, der darf da gar nicht draufstehen, der muss da weg. Da legen die Einspruch ein, weil die nicht
wollen, dass der mitwählen kann. Und dann kriegen Sie das als Wahlvorstand
diese Beschwerde und Sie als Wahlvorstand eben entscheiden dann unverzüglich in einer
Sitzung und entscheiden dann eben, ist das jetzt ein echter leitender als Prokurist? Wir haben es ja gerade gesehen, nicht jeder
Prokurist ist zwingend leitender Angestellter, das hängt vom Umfang der Prokura ab. Und dann teilen Sie das Ergebnis dem Arbeitnehmer
unverzüglich schriftlich mit. Also haben wir drauf gelassen, weil Prokurist,
aber vom Umfang nicht erheblich oder eben oh stimmt, das haben wir übersehen, der ist
leitender, weil er ist Prokurist und hat eine erhebliche Prokura, da haben wir irgendwie
einen Fehler gemacht und so weiter, haben wir korrigiert. Der sechste Punkt, der sechste fatale Fehler
bei der Erstellung der Wählerliste ist natürlich: Wann und wie kann man die Wählerliste denn
noch korrigieren als Wahlvorstand? Natürlich in diesem 2-Wochen-Zeitraum, beim
normalen Wahlverfahren, nachdem die Arbeitnehmer Einspruch eingelegt haben sowieso, wenn es
dann fehlerhaft ist. Aber man kann das auch nach Ablauf der Einspruchsfrist wegen zum Beispiel offenbarer Unrichtigkeiten, also weil der Vorname falschgeschrieben ist
oder er hat einen Doppelnamen, der Mitarbeiter, das war ihm nicht bekannt, aber das ist jetzt
dann trotzdem zu korrigieren. Oder eben bezüglich Ein- und Austritten von
Wahlberechtigten, Sie haben jemanden auf die Wählerliste genommen und dann auf einmal
schließen die zwei Wochen später, drei Wochen später, vier Wochen später, der Arbeitnehmer
und der Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag und beenden das Arbeitsverhältnis sofort,
der ist weg. Beispielsweise, der wird fristlos entlassen. Dann müssen Sie die Wählerliste natürlich
korrigieren, weil zum Zeitpunkt des Erlasses war ja noch alles dufte, aber jetzt hat sich
im Nachgang, auch nach den zwei Wochen rausgestellt, nein, aber der ist jetzt gar nicht mehr im
Betrieb, da müssen wir die Wählerliste korrigieren. Oder eben der umgekehrte Fall, Sie erlassen
das Wahlausschreiben mit der Wählerliste, wer wählen darf und so weiter und dann innerhalb
von ein paar Wochen, jedenfalls noch vorm Wahltag haben Sie neue Mitarbeiter, die ins
Unternehmen eintreten oder in den Betrieb, kurzfristig vielleicht einen Befristeten für
ein Jahr oder so. Dann müssen Sie natürlich die Wählerliste
dann eventuell auch noch korrigieren. Zusammenfassend kann man also für die heutige
Folge sagen: Es gibt natürlich einige Stolperfallen und Stricke und Fehler, die Sie bei der Erstellung
der Wählerliste machen können, aber wenn Sie sich an gewisse Punkte halten, sind Sie
auf einem ganz guten Weg, nämlich einmal, indem Sie jetzt schon mal unterscheiden können,
wer ist eigentlich wahlberechtigter Arbeitnehmer, also die Volljährigen, wer ist leitender
Angestellter und zwar ich sage mal die echten leitenden Angestellten nach § 5 der Betriebsverfassung. Denken Sie an die Unterscheidung dieser Prokuristen. Sie wissen jetzt auch, dass Leiharbeitnehmer
im Einzelfall auch wahlberechtigt sind. Auch dass die in Elternzeit die Arbeitnehmer
mitwählen dürfen. Wie Sie mit Einsprüchen gegen die Wählerliste
umgehen innerhalb dieses Zwei-Wochen-Zeitraums beim normalen Wahlverfahren, wenn der Einspruch
vom Arbeitnehmer erfolgt, aber auch wie Sie nach Ablauf der Einspruchsfrist die Wählerliste
noch korrigieren können, eben wegen offenbarer Unrichtigkeiten oder Ein- und Austritten von
wahlberechtigten Arbeitnehmern. Ja zum Ende dieser Folge habe ich noch ein paar wichtige Hinweise für Sie Einmal: passende Videos, Dokumente und Links zu diesem heutigen Thema finden Sie in der Beschreibung dieser Poscast-Folge und zudem darf ich Sie noch auf www.betriebsratswahl.de hinweisen, denn hier finden Sie alle wichtigen Informationen rund um das Thema Betriebsratsgründung und Betriebsratswahl Da finden Sie auch viele Videos, Formulare, Checklisten, Dokumente und vor allem auch ein spezielles Forum zur Betriebsratswahl steht Ihnen hier natürlich auch kostenlos selbstverständlich zur Verfügung Und des Weiteren, falls Sie Fragen rund um die Betriebsratsarbeit haben und Sie das Thema auch beschäftigt, dann dürfen Sie gerne der W.A.F. auch eine Mail zukommen lassen und zwar an [email protected] Und die wird dann auch eventuell in der nächsten Podcast-Folge behandelt. Ich freu mich, wenn Sie auch beim nächsten Mal wieder mit dabei sind. Bis demnächst auf dem “Betriebsratsarbeit leicht gemacht” Podcast, kommen Sie mit diesen Erkenntnissen gut durch diesen Tag, Ihr Arne Schrein.

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